DEVONthink mobil nutzen – ohne Cloudanbieter

Ein praxiserprobtes Setup für iMac, iPhone und volle Datenhoheit

Wer mit DEVONthink arbeitet, verwaltet in der Regel sensible Informationen: Verträge, Schriftsätze, Scans, Korrespondenz. Mobile Verfügbarkeit ist hilfreich – eine Auslagerung der Daten in fremde Cloud-Infrastrukturen dagegen oft nicht gewünscht oder nicht vertretbar.

Mit überschaubarem Aufwand lässt sich DEVONthink so einrichten, dass iMac und iPhone synchron arbeiten, ohne iCloud, Dropbox oder andere Drittanbieter.

Die Lösung basiert auf einem lokalen WebDAV-Server (Nextcloud in Docker) und bleibt vollständig unter eigener Kontrolle.

Die Grundidee ist einfach:
Der iMac enthält die produktive DEVONthink-Datenbank.
Ein Mac mini stellt lediglich einen Synchronisationsdienst bereit.

Das iPhone dient primär der Einsicht in die Daten.


Wichtig ist: Auf dem Server liegt keine lesbare DEVONthink-Datenbank, sondern nur ein technischer Sync-Speicher (devonthink.dtCloud). Selbst mit Dateizugriff lassen sich daraus keine Dokumente rekonstruieren.DEVONthink To Go auf dem iPhone kann grundsätzlich auch hochladen. Deshalb ist die Reihenfolge entscheidend: Zuerst muss der iMac vollständig synchronisieren, erst danach wird das iPhone angebunden. Andernfalls kann es zu umfangreichen, unerwünschten Uploads kommen.Richtig eingerichtet ergibt sich ein stabiles, datensouveränes Setup mit klarer Rollenverteilung und ohne Abhängigkeit von Fremd-Clouds.

Schritt-für-Schritt zum DEVONthink-WebDAV-Setup mit Nextcloud (Docker) im LAN

1) Zielbild festlegen
iMac: enthält die produktive DEVONthink-Datenbank (Master).
Mac mini: stellt per Docker/Nextcloud einen WebDAV-Sync-Store bereit (kein Arbeiten, keine „Datenbankdatei“).
iPhone: DEVONthink To Go dient für die Einsicht; Sync läuft gegen denselben WebDAV-Store.

Wichtig: Auf dem Mac mini liegt später keine DEVONthink-Datenbank, sondern nur der technische Ordner devonthink.dtCloud (Sync-Store).

A. Server einrichten (Mac mini)

2) Docker und Nextcloud starten
Auf dem Mac mini Docker Desktop installieren.
Nextcloud per docker-compose starten (App-Container + DB-Container).
Prüfen, dass Nextcloud im Browser erreichbar ist, z. B.: http://<Mac-mini-IP>:8080

3) Nextcloud-Benutzer und App-Passwort anlegen
Auf dem Mac mini (Browser)
In Nextcloud einen Benutzer anlegen (oder vorhandenen nutzen).
In Nextcloud: Einstellungen → Sicherheit → App-Passwörter
Ein App-Passwort für „DEVONthink“ erzeugen und sicher notieren.

B. WebDAV testen (iMac)

4) WebDAV-Lesezugriff prüfen (PROPFIND)
Auf dem iMac (Terminal)
Mit curl prüfen, dass WebDAV grundsätzlich erreichbar ist und Login klappt.
Ziel ist: HTTP 207 (Multi-Status) bei PROPFIND.

5) WebDAV-Schreibzugriff prüfen (MKCOL / PUT)
Auf dem iMac (Terminal)
Testordner per MKCOL anlegen (HTTP 201 erwartet).
Testdatei per PUT hochladen (HTTP 201/204 erwartet).
Erst wenn Lesen und Schreiben funktionieren, lohnt es sich, DEVONthink zu konfigurieren.

C. DEVONthink am iMac korrekt verbinden

6) Alte Zugangsdaten entfernen (macOS „Passwörter“)
Auf dem iMac
App Passwörter öffnen.
Einträge zu http://<IP>:8080 / WebDAV / Nextcloud löschen.
iMac neu starten (damit keine alten Credentials gecacht werden).

7) DEVONthink WebDAV-Sync neu anlegen
Auf dem iMac (DEVONthink)
In DEVONthink: Einstellungen → Sync
Alte Sync-Orte entfernen (insbesondere alte WebDAV-/CloudKit-Tests).
Neuen Sync-Ort anlegen:
URL: http://<Mac-mini-IP>:8080/remote.php/dav/files/<Benutzername>/
Benutzername: <Benutzername>
Passwort: App-Passwort
Sync Store Name: frei wählbar (z. B. devonthink)
Verschlüsselung zunächst leer lassen (optional später)

8) Erstsynchronisation am iMac durchführen
Auf dem iMac (DEVONthink)
Datenbank auswählen.
Synchronisieren starten.
Nicht auf Fortschrittsbalken warten: DEVONthink synchronisiert oft „still“.
Stattdessen: Hilfe → Protokoll prüfen. „Kein Fehler“ = Erfolg.
Sicherheitshalber einen zweiten Sync-Lauf starten (sollte schnell und fehlerfrei durchlaufen).

D. Datenbank-Integrität sicherstellen

9) Reparaturfehler vorher beseitigen
Auf dem iMac (DEVONthink)
Wenn im Protokoll oder bei Reparatur „Datei fehlt“/„Objekt fehlt“ auftaucht:
betroffenen Eintrag im genannten Pfad suchen,
löschen oder aus Original/Backup neu importieren,
Reparatur erneut laufen lassen,
erst dann wieder synchronisieren.
Grund: Ein defektes Objekt kann sonst in den Sync „mitgenommen“ werden.

E. iPhone anbinden (DEVONthink To Go)

10) iPhone erst anbinden, wenn iMac sauber synchronisiert hat
Auf dem iPhone
DEVONthink To Go öffnen.
WebDAV als Sync-Methode eintragen (gleiche URL, Benutzer, App-Passwort).
Datenbank aktivieren.

Wichtig: DEVONthink To Go kann auch hochladen. Deshalb gilt:
Der iMac muss zuerst „Master“ sein und den Store sauber befüllt haben.

11) Wenn To Go „tausende Uploads“ meldet: sofort resetten
Auf dem iPhone
Wenn To Go „noch hochzuladende Objekte“ in großer Zahl meldet:
Sync abbrechen,
lokale Datenbank auf dem iPhone entfernen/löschen,
danach erst wieder anbinden, wenn der iMac-Sync fehlerfrei ist.
Das ist typischerweise ein Hinweis auf Altzustände (z. B. früher CloudKit) oder falsche Reihenfolge.

F. Betrieb im Alltag

12) Laufzeitbedingungen
Auf dem Mac mini
Docker/Nextcloud muss laufen, sonst kein WebDAV.
Mac mini sollte wach bleiben (kein Ruhezustand).

13) Zugriff von unterwegs
Mit LAN-IP (192.168.x.x) geht Zugriff nur im Heimnetz.
Für Zugriff außerhalb: VPN (z. B. WireGuard) – optional, wenn benötigt.

Ergebnis:

iMac bleibt die einzige produktive Datenbankquelle.

Mac mini stellt nur den Sync-Store (devonthink.dtCloud) bereit.

iPhone lädt Daten für die Einsicht; Uploads werden vermieden, indem die Reihenfolge stimmt und Altzustände entfernt sind.

Keine Drittanbieter-Cloud, volle Datenhoheit.

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